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Auf diesen Seiten möchten wir Berichte von erfolgreichen und
ungewöhnlichen Nachzuchten innerhalb unseres Vereines geben.
Ein erster Bericht liegt von Zuchtfreund Matthias Höhne, Goldbach, vor:
Der Rosa-Kakadu
von Matthias Höhne 2005
Der Rosa-Kakadu
(Cacatua rosei capilla) ist die in Australien am weitesten verbreitete
Kakaduart.
Sie wird in weiten Teilen des Landes als Schädling in den Getreidekulturen
verfolgt. Durch die
Ausfuhrbestimmungen der australischen Regierung ist er jedoch bei uns nach wie
vor ein relativ
seltener Vogel geblieben. In seiner Heimat tritt er in großen Schwärmen auf,
die bis zu mehreren
tausend Tieren zählen.
Im Gegensatz zu
den meisten anderen Kakaduarten Australiens kommt er nicht räumlich begrenzt
vor, sondern ist sowohl im Wald wie auch in der Savanne in ganz Australien
anzutreffen. Die
Nahrung besteht aus Beeren, Kräutern, Samen der Gräser und insbesondere aus
allen dort
angebauten Getreidearten. Er ist der typische Kulturfolger.
Die Rosa-Kakadus haben eine Größe von ca. 35 cm. Beide Geschlechter sind
gleich gezeichnet.
Die Rückenseite der Vögel einschließlich der Flügeldecken ist vom hellen ins
dunklere Grau
übergehend. Kopf, Hals, Brust und Bauch sind rosarot. Die Haube ist kleiner
als von den anderen
bekannten Kakaduarten, hat eine runde Form und ist von weißlicher, bei einigen
Exemplaren leicht
rosa gestrichelten Farbe. Die Männchen haben einen starken, und warzigen
Augenring. Die Iris ist
dunkelbraun bis schwarz. Bei den geschlechtsreifen Weibchen ist der Augenring
schmaler und
glatter. Die Iris ist rotbraun bis braun. Bei den Jungvögeln ist die Iris
dunkel. Bei jungen
Weibchen fängt diese ca. nach zwei Jahren an, einen gräulichen Ring zu
bekommen. Ferner sind
Jungtiere an ihrem nicht so intensiven Rosa zu erkennen, das teilweise von
grau unterbrochen ist.
Sicher gehört
der Rosa-Kakadu zu den farblich schönsten Kakaduarten. Er ist jedoch nicht
immer
ein angenehmer Zeitgenosse, da er oft sehr aggressiv und laut sein kann;
insbesondere morgens und
abends. Man kann ihn in der Zuchtanlage durchaus als Wachhundersatz
gebrauchen, da er alles
Unbekannte lautstark und aufgeregt meldet. Der Vogel ist absolut winterhart
und kann in einer
einigermaßen geschützten Voliere ohne jegliche Komplikationen die in unseren
Breiten üblichen
Wintertemperaturen verkraften.
Mein
Rosa-Kakadupaar ist in Volieren, in den Ausmaßen 4x 2m zzgl. Innenraum
untergebracht.
Wichtig ist es, den Rosa-Kakadus viel frisches Zweigmaterial ständig zur
Verfügung zu stellen, da
sie bei Brutlust dieses Material zum Bauen ihrer Nester benötigen. Sehr gute
Nistgelegenheiten
sind Naturbaumstämme mit einer Länge von mindestens 1,00 m-1,50 m und einem
Durchmesser
von 25 bis 30 cm, die unter dem Schutzdach der Volieren untergebracht sind.
Es ist unbedingt
erforderlich, die Kontrollklappe bei Nistkästen höher als bei den anderen
Kakadu- und
Amazonenarten am Nistbaum anzubringen, da sie in der Innenhöhle ein Nest von
ca. 10 bis 20 cm
Höhe aus dem angebotenen Zweig- und Laubmaterial bauen. Bei Holzvolieren ist
es angebracht,
die Innenseiten der Holzbalken mit einem Blech oder Drahtkasten zu umgeben,
weil dieser Kakadu
sehr stark nagt und in kürzester Zeit die Voliere zerstören würde.
Als Futter
bekommen meine Rosakakadus in der Hauptsache Kleinsämereien Weizen sowie
einige
Sonnenblumenkerne. Ich warne davor, diese Kakaduart mit zu viel Erdnüssen
oder sonstigen fetten
Sämereien zu füttern, da sie sehr stark zur Verfettung neigen. Dieser Kakadu
hält sich auch mit
Vorliebe auf dem Boden der Voliere auf. Gern ziehen sie den frisch aufgehenden
Samen aus dem
Boden und verspeisen ihn dann. Obst nehmen sie weniger gern, mit Vorliebe
jedoch Hagebutten-
sowie Ebereschenbeeren in frischem Zustand.
In den zuvor
geschilderten Volieren schreitet mein Rosa-Kakadupaar bereitwillig zur Brut.
Insgesamt wurden bei mir bislang 16 Jungtiere dieser Art groß. Rosa-Kakadus
legen in der Regel 3
bis 5 Eier. Bei meinen Paar waren es immer 3 Eier und alle Eier befruchtet.
Von beiden Elternteilen
wird abwechselnd gebrütet. In der Regel tagsüber das Männchen und nachts das
Weibchen, oder
auch manchmal beide. Die Brutdauer beträgt nach meiner Feststellung 21 bis 23
Tage. Ich kann
dieses nicht ganz genau festlegen, da ich mich immer noch vor zu häufigen
Nestkontrollen scheue.
Das Männchen von meinem Paar reagiert in der Brutzeit recht aggressiv auf jede
Störung..
Die Jungen
dürften etwa im Alter von 9 Wochen aus dem Nistkasten ausfliegen. Die
Jungtiere
kehren dann nicht mehr in den Nistkasten zurück und werden noch ca. 1 Monat
weiter von ihren
Eltern versorgt.
Nicht selten
kommt bei dieser Kakaduart auch noch eine zweite Brut im Jahr vor. In der
Literatur
wird vielfach geschildert, dass die Jungtiere aus der ersten Brut durchaus bei
den Elternpaaren
verbleiben können. Bei mir war es ebenfalls so, ich konnte die Jungen nicht
entfernen. Weil das
letzte ausfliegt und das erste Ei der zweiten Brut im Kasten liegt.
Im Jahr 2004
hatte ich ein Rosa-Kakadu-Jungtier mit der Hand vom ersten Tag an großgezogen
.
Das Jungtier wurde von Ammen erbrütet und stammte aus einem Gelege von 5
Eiern, von denen ich
2 Eier den Ammen unterlegte. Da mir 5 befruchtete Eier zuviel erschienen.
Diese Handaufzucht ist
äußerst zahm und im Gegensatz zu den Elterntieren zu keinem Zeitpunkt
aggressiv.
Abschließend
möchte ich nochmals die wesentlichen Vor- und Nachteile dieser Kakaduart
aufzählen. Es handelt sich um einen farblich sehr schönen Vogel, der sehr gut
züchtet, vollkommen
winterhart ist und kein Nahrungsspezialist zu sein scheint. Negativ ist, daß
manche Tiere morgens
und abends relativ laut sind.
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